Cellulite Teil 3

Cellulite Teil 3
In den ersten beiden Teil haben wir gelernt, dass rund 90% aller Frauen von Cellulite betroffen sind, dass Bewegung wichtig ist, aber das Problem nicht alleine löst und was es mit dem Bindegewebe auf sich hat.

Heute geht es vor allem um Besenreiser und Krampfadern und wie alles zusammenhängt. Hierzu zunächst ein Blick auf die Muskelpumpe, die das A & O für den Lymphfluss und für den Abtransport unserer Stoffwechsel-Schlacken ist. Kurz: dem Stoff aus dem die Cellulite ist (faktisch sprechen wir hier von Exkrementen, die wir eigentlich auf der Toilette ausscheiden). In Folge bekommen das auch unsere Venen zu spüren. Genau wie unsere Lymphgefäße brauchen auch unsere Venen in den unteren Extremitäten den Muskelpumpendruck.

Der Hintergrund ist einfach: beim aufrecht gehenden Menschen liegt das Herz zu hoch über dem Boden. Im Durchschnitt 1,5 Meter. Unser Herz, die fleißige Blut-Zentralpumpe, kann zwar ausreichend frisches arterielles Blut in die Füße pumpen, aber nur solange die Arterien nicht verkalkt sind. So wird dafür gesorgt, dass der gesamte Organismus ordentlich mit Energie und Nährstoffen versorgt wird. Doch was den Rückfluss von venösem Blut anbelangt, kann das Herz bei der fast olympischen 1,5-Meter-Marke nicht mithalten. Es ist eben kein guter “Sauger”. Dafür hat sich die Evolution etwas einfallen lassen. Im Unterschied zu etlichen anderen Wirbeltieren hat die Spezies Homo Venenklappen entwickelt; genau wie im Lymphsystem. Damit das verbrauchte Blut aus den Tiefen der unteren Extremitäten beim aufrechten Gang auch wieder zum Herzen in luftiger Höhe zurückfließen kann, braucht es dann nur etwas Hilfe der Sohlen-, Waden- oder Oberschenkel-Pumpen.

Im Fall von Cellulite = schwachem Bindegewebe = Dysfunktion der Muskelpumpe kommt es nun aber zu einer Verkehrsstörung! Wir geraten in ein Dilemma und dafür schauen wir uns zunächst die Stelle an, an der die Arterien aufhören, Arterien zu sein und die Venen anfangen. Am Ende der winzig kleinen arteriellen Kapillargefäße strömt bekanntlich alle Flüssigkeit, alle Nährstoffe und der Sauerstoff ins Gewebe und in die Zellen. Das ist der vielleicht spannendste Moment und der eigentliche Sinn des Blutkreislauf; denn hier geht es um die Versorgung der Zellen mit allem, was sie für den Stoffwechsel – also zum Leben schlechthin – brauchen. Für einen kurzen Moment ist das Kapillargefäß dann „trocken“. Hier hört der arterielle Schenkel des Kapillargefäßes auf zu den Arterien zu gehören; ab jetzt spricht man vom „venösen“ Schenkel. Von nun an soll das Blut seinen Weg gegen die Schwerkraft 1,5 Meter hoch zum Herzen antreten. Immer schön bergauf!

 

Weil ganz am Anfang noch ein Unterdruck im noch trockenen venösen Schenkel besteht, strömt deshalb von außen Flüssigkeit aus dem umliegenden Gewebe durch die hauchdünne Wand der venösen Kapillaren. Auch die winzigen Kohlendioxyd-Moleküle, die Restprodukte des O2, werden eingeladen, mit auf die Reise zu gehen, weil sie klein genug sind. Die feinen Kapillare verdichten sich dann zu Venolen, die sich mit benachbarten Venolen mit und mit zu ansehnlichen Venen vereinigen, wie Quellen zu Rinnsalen, Rinnsale zu Bächen und Bäche zu Flüssen. Spätestens bei Beginn der ersten kleinen Venenzuflüsse kommen dann die ersten Schleusen in Form von Venenklappen. Die sind wichtig, damit das Blut nicht wieder zurückfließen kann, wenn es erst einmal die Passage auf die andere Seite geschafft hat. Wenn… ! Und da kommen wieder unser Bindegewebe und die Muskelpumpe ins Spiel.

Neun Zehntel aller Erwachsenen haben schwache Venen!

In den unteren Extremitäten müssen wir dem Blut, das wir zu Herz und Lunge zurückschicken möchten, mit Muskelpumpendruck helfen, die ersten Venenklappen zu überwinden. Das geht aber nicht bei schlaffem  Bindegewebe! Es kann passieren, dass sich das Blut in den feinen Venen vor den Klappen staut.

Und das kann man je nach Lage der Gefäße sogar sehen. Hauchfeine dunkelblaue Äderchen! Hierzu sagt man Besenreiser oder Teleangiektasie. 90 % aller Erwachsenen in den Industriestaaten sind laut Bonner Venenstudie betroffen! Cellulite und Besenreiser sind vor dem Hintergrund Verwandte ersten Grades. Vieles von dem, was wir später (Lehrbrief 4) gegen Cellulite und Bindegewebsschwäche tun, wird sich auch positiv auf die Auflösung der Besenreiser auswirken.

Bleiben wir noch einen Moment beim venösen Rückfluss. Es scheint, als sei das venöse Blut lernfähig oder als wenn es eine Art Verkehrsfunk geben würde, den es abhört. Während es in den Venen zwischen Haut und Muskulatur mehr und mehr zum Stau kommt, fließt immer mehr venöses Blut über die tiefliegenden Venen zwischen den Muskeln zurück.

Bleiben wir noch einen Moment beim venösen Rückfluss. Es scheint, als sei das venöse Blut lernfähig oder als wenn es eine Art Verkehrsfunk geben würde, den es abhört. Während es in den Venen zwischen Haut und Muskulatur mehr und mehr zum Stau kommt, fließt immer mehr venöses Blut über die tiefliegenden Venen zwischen den Muskeln zurück.

In Folge kann es sogar zu Ablagerungen, Thrombosen, kommen. Bleiben wir bei unserem Beispiel mit dem Verkehr. Das ist ähnlich wie bei Straßen, die nicht mehr viel befahren werden: irgendwann wächst Gras durch den Asphalt!

Thrombosen. Das ist laut Bonner Venenstudie übrigens bei über 30 % aller Erwachsenen schon der Fall. Die Folgeuntersuchungen bestätigen, dass diese Zahl im Zuge der ständig steigenden Lebenserwartung zunimmt.

Nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis es zu venösen Stauungen, sogenannten postthrombotischen Syndromen, kommt. Das sind meist kombinierte venös-lymphatische Ödeme (14 % aller Erwachsenen), die laut medizinischer Leitlinie nur noch mit manuellen Lymphdrainagen, Kompressionstherapie und Hautpflege behandelt werden müssen.

Hautpflege deshalb, damit die Haut geschmeidig bleibt und es bei Schürfungen oder Stößen nicht so schnell zu Hautverletzungen kommt, die dann unter Umständen nur sehr langsam oder überhaupt nicht mehr heilen. Stichwort: venöse ulcera – auf Deutsch: chronische Wunde (1 – 1,5 % der Bevölkerung).

Damit ist die Lebensqualität vorbei. Ab jetzt heißt es täglich dreimal Verbandswechsel, was Kosten von 600 € im Monat (!) und mehr verursacht. Und weil selbst die modernsten Super Wundauflagen nicht immer eine Heilung bewirken, kommt es in vielen Fällen nach jahrelangem Wound Management trotzdem zur Amputation, damit die Patienten nicht an einer Sepsis (Blutvergiftung) versterben, die sie aufgrund des abgestorbenen Gewebes kassieren.

This is more than beauty!!!!! Es geht also nicht mehr “nur” um Schönheit.

Wir kommen zurück von unserer Reise unter die Haut und wissen jetzt eins: Cellulite sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen! Cellulite ist ein komplexes Syndrom. Sie bedroht nicht nur unser Körperbild und belastet uns psychisch; Cellulite kann auch die Vorbotin massiver Beinleiden bis hin zum totalen Verlust von Lebensqualität sein, wenn sie unbehandelt bleibt.

Wie jedes komplexe Syndrom braucht auch die Cellulite eine komplexe, differenzierte Behandlung. Diese basiert zunächst auf den beiden Säulen Lymphdrainage und Bindegewebsstraffung. Da Menschen neben der Cellulite auch unliebsame Depotfette aufgespeichert haben, sogenannte „Fettpölsterchen“ oder Lipödeme, sollten auch die Ernährung in den Fokus genommen werden. Im PlanB-sports arbeiten wir in drei Säulen: Bewegung – Faszien- und Lymphaktivierung – Ernährung. Sowohl bei bestehenden Problemen als auch zur Prävention ist unser 3-Säulen-System perfekt geeignet, damit das ästhetische Problem nicht auch noch zum gesundheitlichen wird.

 

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