Training am Puls ...

Training am Puls ...
Watt oder Puls? Die große Frage zwischen der in Fachkreisen gerne hin- und hergestritten wird. Die leistungsorientierten oder ambitionierten Sportler stehen auf Watt. Und was ist mit dem Hobbysportler?

Jürgen Nettekoven formuliert in seinem Buch sehr lakonisch: “Herzfrequenz orientiert – nicht Herzfrequenz fixiert. Und nicht: Herzfrequenzmessgerät an – und Gehirn aus. (…) Wenn Sie wie ein Champion trainieren wollen, dann benutzen Sie auch – aber nicht nur – ihren Herzfrequenzmonitor – und hören auf die Signale Ihres Körpers.”*

Das Thema ist ungleich komplexer als es auf den ersten Blick erscheint. Zu allererst muss der Coach, der Trainer, der Sportler oder eben auch der Nichtsportler sich fragen: wen trainiere ich und welches Ziel hat dieser Mensch?

Der Nichtsportler “trainiert” im Alltag häufig ungleich höher, als er nach seinem Leistungsstand eigentlich dürfte!

Die zentrale Frage, die sich dem unerfahrenen Sportler stellt, der eine Fitnesseinrichtung betritt ist in wiederkehrender Weise: trainiere ich an den Geräten überhaupt richtig? Sind die Gewichte korrekt eingestellt? Darf mein Puls beim Ausdauertraining denn wirklich so hoch sein, oder hat das negative Auswirkungen auf mich? Gleichzeitig fragen wir uns das eigentlich nie im Alltag: weder beim Heben der schweren Kästen prall gefüllt mit Flüssigkeit (natürlich Wasser, was sonst), auch nicht beim stundenlangen Überkopfarbeiten beim Gardinenauf- und abhängen, schon gar nicht bei der meist einseitig belastenden Gartenarbeit.

Oder ein anderes Beispiel: Fahren oder gehen sie als Nichtsportler doch mal mit der Familie, ihren Bekannten oder Freunden am Rhein entlang und machen anschließend noch einen kleinen Abstecher auf den Drachenfels (ohne die Bahn zu nutzen). Da wird die Pumpe ordentlich gefordert, gewisse Zeiten sicherlich auch “überfordert”. Aber kein Arzt dieser Welt würde den Ausflug einem “normalgesunden” Nichtsportler verbieten. Also wovor fürchten wir uns, wenn wir gezielt Sport treiben?

Der renommierte amerikanische Trainer Joe Friel, unter anderem Autor der „Trainingsbibel für Triathleten“, schreibt in seinem „Praxishandbuch Wattmessung“:  Während die Wattleistung der wahren “Motorleistung” entspricht – also dem gesamten Output des Systems aus Muskeln, Herz, Knochen, Gelenken – zeigt die Herzfrequenz sozusagen nur die Arbeit der Treibstoffpumpe an. Diese reagiert zwar auf die Anforderungen und natürlich auch auf höheren Treibstoffbedarf bei höherer Leistung. Aber ein Formel-1-Fahrer würde ja auch nicht auf die Benzinpumpe schauen, wenn er wissen will, was sein Motor macht.

Wie immer macht es die Mischung, da beide Messmethoden viele Vor- und Nachteile haben. Und damit sie sich als Nichtsportler, Hobby- oder Breitensportler im planB nicht mit einer Thematik befassen müssen, die selbst renommierte Wissenschaftler zum Schwitzen bringt, können sie nun durchatmen und den Puls beruhigen: mit computergesteuerten Ausdauergeräten werden sie optimal auf kurze Intervalleinheiten für ihre persönliche Leistungsbereitschaft im Watt- wie auch Pulsbereich eingestellt. Ein intelligentes System gibt ihnen die für sie optimalen Werte und misst diese an ihrer täglich variierenden Leistung (Müdigkeit, Stress, Regeneration, Temperatur etc.). Ein Grund mehr sich professionell beraten zu lassen, um die richtigen Ergebnisse für ihr persönliches Ziel zu erreichen. Viel Spaß dabei wünscht ihnen Katharina Kurz.

*Jürgen Nettekoven: “Herzfrequenzmessung im Ausdauersport – Möglichkeiten und Grenzen der Aussagefähigkeit”, Version 3.3.3 – September 2015,  www.ausdauertraining-jn.de

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