Rhythmus finden...

Rhythmus finden...
Routine klingt fad, langweilig, abgedroschen. Wir wollen Überraschungen, Erlebnisse. Aber was hilft um im Leben mehr? Die Veränderungen, das Neue? Und wie wertvoll sind gleichzeitig Routinen?

Feiertage, so schön sie meistens auch sein mögen, bringen einen aus dem Rhythmus. Wir essen anders, schlafen länger, trainieren weniger, sind “auf der Rolle” und auch mal “von der Rolle”. Komplett aus der Routine gerissen. Einerseits gut, denn der Tempowechsel erfrischt auch, ist etwas auf das wir uns freuen, eine Möglichkeit die Zäune und Grenzen umzuwerfen, die uns einengen. Daher ist das neue Jahr eine Gelegenheit über das Vorjahr nachzudenken, das Neue zu planen UND den Rhythmus unseres täglichen Lebens neu zu finden.

Neues ist immer erst einmal erschreckend, bringt uns aus der Komfortzone. Daher greifen wir lieber zu bekannten Dingen, z.B. den gleichen Käse- oder Wurstaufschnitt beim Einkaufen, die gleichen Farben bei der Kleidung, die gleiche Handy- oder Automarke. Routine hilft uns Menschen sich sicher zu fühlen. Kinder brauchen sie ganz besonder, weil sie damit Vertrauen erhalten und die Welt verstehen lernen. Es hilft ihnen später sich in unbekannte Bereiche zu wagen, mutig zu sein.

Bei Routinen wissen wir was kommt. Was zu tun ist. Wir müssen weniger planen, haben weniger Stress. Das sorgt für ein Gefühl von Frieden und Ruhe.

Wenn wir etwas “im Schlaf können”, also eine Perfektion gefunden haben, so dass uns gewisse Dinge ganz leicht von der Hand gehen, dann können wir damit beginnen neue Wege auszutesten. Das bringt Dynamik in unseren Alltag und in die Routine. Nehmen wir den morgendlichen Kaffee. Jeder Griff sitzt: Wasser, Kaffeebohnen, Schalter oder Herd und in wenigen Minuten ist das wunderbare Gebräu fertig.

Wenn wir eine Routine etablieren, legen wir Prioritäten für Dinge fest, die uns wichtig sind. Der Aufbau von Routinen ist wichtig für ein gesundes Leben. Wenn wir etwas Tag für Tag tun, entwickeln wir Gewohnheiten, die ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens und unserer Identität werden. Mit der Wiederholung dergleichen werden wir täglich besser. Ein Beispiel:

Konzentrieren wir uns auf den Morgen und den Abend, denn sie bilden den Rahmen unseres Tages. Nehmen sie sich beispielsweise fünf bis zehn Minuten im Bett als Aufwach-Routine. Atmen Sie tief ein und bewusst wieder aus. Beginnend vom Bauch, über den Brustkorb bis in den Kopf fließt ihr Atem. Atmen Sie etwas langsamer aus als ein. Danach duschen Sie kalt und verbringen noch 30 Minuten Zeit für sich ohne Medien. Konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die anstehen, ordnen Sie nach Prioritäten, genießen Sie ihren Kaffee oder Tee und die Zeit für sich.
Schaffen Sie sich auch Abends eine Routine. Beenden sie den Tag mit wenig blauem Licht und reduzierter Stimulation, indem sie ab einer gewissen Uhrzeit die bidlschirmfreie Zeit einläuten. Das hilft ihnen, aufmerksamer und ihrer Familie, ihrem Zuhause und sich gegenüber präsenter zu sein. Fünf bis zehn Minuten vor dem Schlafengehen können Dehn- und Faszienübungen Routine werden. Oder sie machen auch hier ein paar Atemübungen, um das Nervensystem zu beruhigen, den Geist zu leeren, damit sie gut und tief schlafen können.

Routinen müssen nicht kompliziert oder großartig anders sein als das, was sie ohnehin schon tun. Erkennen sie an, dass Routinen wie eine Quelle sind, aus der sie Kraft schöpfen können. Seien sie dankbar dafür.

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