Das Gaspedal des Körpers

Das Gaspedal des Körpers
Warum ist der eine dünn, der andere dick obwohl beide das Gleiche essen? Warum sind manche so energetisch unterwegs, während andere müde und lustlos sind? Was macht uns krank oder hält uns gesund?

Ein nur 20-30 g schweres Organ, das zu einem großen Teil entscheidet, welche Figur ein Mensch hat, ob er Energie verspürt oder chronisch müde ist, gesund oder häufig krank, motiviert Dinge angeht oder lieber in Lethargie gefangen auf der Couch sitzen bleibt. Die Rede ist von der Schilddrüse, dem „Gaspedal unseres Körpers“.

Etwa 10 Millionen Menschen in Deutschland sind von einer Schilddrüsenunterfunktion betroffen. Dabei greift das Immunsystem die Schilddrüse an und zerstört sie nach und nach. Dabei kommt es zu einem Mangel an Schilddrüsenhormonen, die aber für o.g. Dinge unentbehrlich sind. Das andere Extrem ist Morbus Basedow – eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommt.

Wer davon betroffen ist, dem fehlt auf einmal die Energie. Betroffene fühlen sich, als wäre „die Luft raus“. Sie wachen früh auf und sind immer noch müde. Beim Sport und unter Stress sind sie weniger belastbar. Die Symptome ähneln durchaus denen eines Burnout. Häufig müssen diese Menschen „einen Kuchen nur anzusehen um zunehmen“.

Man könnte sagen: Die Schilddrüse ist ein sensibles Prinzesschen, das schnell aus dem Gleichgewicht gerät.

Über Umwege (Dopamin und Testosteron) kann die Schilddrüse als ein Fortpflanzungsorgan betrachtet werden. Das bedeutet, dass sie nur unter optimalen Bedingungen ausreichend Hormone produziert. Wenn nicht alles optimal ist und ihr irgendetwas fehlt, ist sie empfindlich und tut nicht, was sie soll.

Einen ersten Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion gibt der TSH-Wert: Bei einem Wert von > 2 U/l spricht man bereits von einer Unterfunktion. Dann muss die Schilddrüse zu stark stimuliert werden, ehe sie Hormone bildet.

fT3 gibt dann vollends die Informationen, ob eine Unterfunktion vorliegt, oder nicht. Bei einem Wert von < 3 pg/dl handelt es sich um eine Unterfunktion. Bei einem Wert von 3,5 – 4,2 pg/dl ist ausreichend aktives fT3 vorhanden.

Die meisten Ärzte verschreiben L-Thyroxin bei einer Unterfunktion. Doch das ist nicht wirklich ausreichend! Die Schilddrüse benötigt Bausteine – Nährstoffe – um Hormone zu bilden. Unter optimalen Bedingungen macht sie das von alleine. Meistens fehlt ihr aber etwas. Um welche Nährstoffe geht es hier? Und welche Empfehlungen hat  Martin Auerswald (Biochemiker):

1. Jod ist der wohl bekannteste (und häufigste) Nährstoff, der der Schilddrüse fehlt. Ohne Jod kann die Schilddrüse kein fT4 (Tetrajodthyronin) bilden. Die Mindestdosis beträgt 200 µg täglich, was meistens jedoch nicht ausreicht. 500-1000 µg aktivieren die Schilddrüse nachhaltig.
Achtung: Bei Hashimoto Thyreoiditis und Morbus Basedow bitte nur wenig Jod konsumieren und bei Bedarf die Dosis in Absprache mit dem Arzt nur sehr langsam steigern.

2. Eisen wird benötigt um Jod an Tyrosin zu binden. Das Enzym dafür heißt Thyreoperoxidase. Viele Frauen leiden unter Eisenmangel – bei einer Unterfunktion empfiehlt es sich, nachzumessen. Tagesbedarf: 15-30 mg.

3. Zink wird ebenfalls zur Bildung von fT3 gebildet. Außerdem werden Zink und Selen für Enzyme in der Schilddrüse benötigt, welche die Schilddrüse vor Schaden schützen. Das kann nicht schaden, wer häufiger Hashimoto in der Familie hat. Tagesbedarf: 20-30 mg.

4. Selen wird zur Dejodinase, die fT3 bilden, benötigt. Wer Thyroxin einnimmt, aber einen Selenmangel hat, sollte diesen Mangel beseitigen. Tagesbedarf: 200-400 µg.

5. Vitamin B wird ebenfalls für einen gut laufenden Stoffwechsel benötigt. Damit alle Zahnräder um die Schilddrüse ineinandergreifen, fungieren B-Vitamine (besonders Folsäure) wie das Schmiermittel, das alles am Laufen hält.

Wer nicht mit Tabletten (aus natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln) substituieren möchte, kann diese Nährstoffe auch über folgenden natürlichen Weg aufnehmen (hier sind die Mengen allerdings entscheidend):

  • Jod: Fisch, Meeresfrüchte, Algen
  • Selen: Paranüsse, rotes Fleisch, Innereien, Meeresfrüchte
  • Zink: rotes Fleisch, Hirse, Meeresfrüchte (Austern)
  • B-Vitamine: rotes Fleisch, Eier, Hülsenfrüchte, Chlorella
  • Eisen: rotes Fleisch, Hirse, Eier, Spinat

Nicht zu vergessen ist der Faktor Stress. Dieser sollte gemieden werden, wo möglich. Stress ist eine der wichtigsten Ursachen für viele chronische Erkrankungen. Ein gutes Lebensgefühl, eine interessante Arbeit, gute Beziehungen, Freizeit und Hobbys, keine Dauerdiät – das ist indirekt auch für die Schilddrüse wichtig. Und was ist der Motor für eine positive Lebenseinstellung? Der Sport! Am besten im planB-sports. Denn wir sind Experten und haben einen Plan mit DIR und für DICH!

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